Ab etwa einem Meter Objektgröße reicht das Zusammensetzen überlappender Scans nicht mehr aus.
Streifenlichtscanner setzen ihre Einzelaufnahmen über gemeinsame Bereiche aneinander. Jeder dieser Anschlüsse bringt einen kleinen Fehler ein. Bei einem kompakten Bauteil fällt das nicht ins Gewicht — über ein mehrere Meter langes Objekt summieren sich die Anschlüsse jedoch auf, und das Ergebnis verzieht sich. Betroffen sind vor allem große, glattflächige Objekte, bei denen dem Scanner markante Geometrie zur Orientierung fehlt: Karosserien, Rümpfe, Verkleidungen, Werkzeuge.
Abhilfe schafft ein global eingemessenes Punktraster. Es gibt dem Scanner ein festes Bezugssystem, an dem er jede Einzelaufnahme ausrichtet, statt sie nur an die vorherige anzuhängen. Der Anschlussfehler summiert sich dann nicht mehr über das Bauteil auf.
Am Objekt werden die Punktmarken des Scanner-Herstellers angebracht. Zusätzlich kommen codierte photogrammetrische Marken und ein kalibrierter Maßstab hinzu. Das Objekt wird aus allen Richtungen fotografiert; die Software erkennt die codierten Marken automatisch, identifiziert sie über ihr individuelles Muster und berechnet daraus die 3D-Koordinaten aller Punkte in einem gemeinsamen System.
Dieses Punktraster wird exportiert und in der Scanner-Software als Referenz geladen. Der Scanner orientiert sich anschließend an den vermessenen Punkten statt an der eigenen Anschlusskette.
Die maximale Längenmessabweichung des Linearis3D Photogrammetry Standard beträgt 0,1 mm pro Kubikmeter Messvolumen, bewertet nach VDI 2634. Der mitgelieferte Maßstab ist DAkkS-kalibriert und liefert die rückführbare Längenreferenz.
Wie stark ein Scanner ohne Referenzierung driftet, hängt vom jeweiligen Gerät ab — dazu machen wir bewusst keine pauschale Angabe. Entscheidend ist: Mit einem Referenzraster dieser Genauigkeit bestimmt nicht mehr die Anschlusskette die Maßhaltigkeit des Gesamtscans, sondern das eingemessene Punktfeld.
Die Referenzpunkte werden in offenen Formaten ausgegeben. Kompatibel ist damit jeder Scanner, dessen Software eines dieser Formate einlesen kann:
Mit Artec-Scannern ist die Zusammenarbeit vom Hersteller selbst dokumentiert: Artec über die Integration der Linearis3D-Photogrammetrie. Für andere Fabrikate prüfen Sie bitte in der Dokumentation Ihrer Scanner-Software, welches der Formate sie importiert — oder fragen Sie uns, wir sehen es mit Ihnen zusammen nach.
Das System ist das Linearis3D Photogrammetry Standard und kostet ab 4.950 € zzgl. MwSt. Es lässt sich unabhängig vom Scanner einsetzen und ist damit auch beim Gerätewechsel weiter verwendbar.
Wir beraten Sie, auf welche Messwerte es ankommt — und empfehlen das passende System.